Die Stadtratsliste der Regensburger AfD zur Kommunalwahl 2026

Zur anstehenden Kommunalwahl tritt die Regensburger AfD mit einer Wahlliste für den Stadtrat an. Diesmal ist es der AfD gelungen, alle Plätze (insgesamt 50) der Liste zu belegen. Wie schon 2020 haben wir uns die Kandidaturen der extrem rechten Partei genauer angesehen und dokumentieren im Folgenden unsere Ergebnisse und Einschätzungen.


Überblick: Von alten Männern und ihren Familien

Frauenanteil

Hatte die AfD bei der letzten Kommunalwahlliste nur einen Frauenanteil von 10%, so ist dieser nun deutlich höher und liegt bei rund 36%. Dieser ist zwar immer noch gering, liegt im Durchschnitt aller Listen jedoch nicht an letzter Stelle. Der Frauenanteil der anderen Listen beträgt zwischen 17% (Die Partei) und 56 % (Grüne). Näheres dazu siehe (1).

Altersdurchschnitt

Die AfD konnte ihre Liste im Gegensatz zur letzten Kommunalwahl verjüngen, jedoch nur geringfügig. Der Altersdurchschnitt 2020 lag bei 56,25 Jahren, nun bei 54,8 Jahren. Auch wenn Lukas Daiser mit seinen 19 Jahren auf dem Listenplatz 4 hervorsticht, so ist dies jedoch statistisch gesehen ein Ausreißer und die AfD mit ihren Aktiven immer noch eine Oldiepartei. Über 75% der Kandidat:innen sind über 50 Jahre alt, von den aufgestellten 50 Personen befinden sich also nur 14 Personen unterhalb dieser Altersmarke. Dies zeigt sich auch bei den Berufen: Über ¼ der Listenplätze sind Rentner:innen (insgesamt 16 Personen), zudem werden fünf weitere Personen vermutlich in den nächsten sechs Jahren in Rente gehen.

Vetternverband

Schon auf der Liste von 2020 fiel ins Auge, dass auffällig viele Kandidierende miteinander verwandt waren oder in direkter Nachbarschaft wohnten. Häufig handelte es sich damals um Ehefrauen, die die hinteren Listenplätze auffüllten. Diese Tendenz hat sich mittlerweile noch weiter verstärkt, so fallen unter die oben genannte Kategorie mindestens 15 Personen. Besonders sichtbar ist dies auf den vorderen Listenplätzen: So stammen beispielsweise die aussichtsreichen Stadtrats-Listenplätze 2, 5 und 8 aus einer Familie (Eberl/Auer).

Burgweinting-Harting

Deutlich zu erkennen ist auch, in welchem Stadtviertel sich die AfD in den letzten Jahre verankert hat. Es ist das 1977 eingemeindete und immer noch mit dörflichem Charakter versehene Stadtviertel Burgweinting-Harting. Bei den letzten Wahlen hatte dort die AfD in der Stadt Regensburg die höchsten Wahlergebnisse. Von den ersten 10 Personen auf der AfD-Liste ist die Hälfte in Burgweinting wohnhaft, teilweise in unmittelbarer Nähe zueinander. Seit Frühjahr 2025 veranstaltet die AfD auch ihren monatlichen Stammtisch in Burgweinting. Den Ort hält die AfD bis heute geheim: die indische Gaststätte Bella Tandoori.


Die ersten zehn Listenplätze im Einzelnen

1: Thomas Straub

Auf dem ersten Platz der AfD-Stadtratsliste steht Thomas Straub. Er ist 1978 geboren, wohnt im Neubaugebiet im Ostenviertel und arbeitet als Projektleiter bei der in Parsberg ansässigen Firma „Freitag Gruppe GmbH & Co. KG“.

Schon seit 2020 sitzt Straub (gemeinsam mit Erhard Brucker, der mittlerweile in Passau aktiv ist und nicht mehr kandidiert) für die AfD im Regensburger Stadtrat. Obwohl er schon viele Jahre bei der extrem rechten Partei aktiv ist, fällt er nicht besonders auf: Er hielt bisher keine Reden bei Kundgebungen seines Kreisverbands (erstmalig vergangenen Samstag 21. Februar 2026 in Regenstauf), organisiert keine Veranstaltungen und scheint auch sonst weder sein Mandat, noch seine Parteimitgliedschaft zum Anlass zu nehmen, sich irgendwie zu bemühen oder hervorzustechen. Diesen Eindruck bestätigen auch Stadträt:innen anderer Parteien. Einer der wenigen Anlässe, zu denen Straub sich als Stadtrat äußerte, war die Posse um ein vermeintliches islamisches Kaufhaus im alten Galeria Kaufhof Gebäude – ein Thema, zu dem die AfD bayernweit Kampagnen fuhr.

Das bedeutet selbstredend nicht, dass Straub keine (extrem) rechte Gesinnung hätte. Deutlich wird das an einem bisher in der Öffentlichkeit noch unbekannten ­– weil bewusst verschwiegenen – Fakt: Straub war während seiner Studienzeit (an der Universität Passau und an der OTH Regensburg) bei mehreren Studentenverbindungen, konkret bei der Landsmannschaft Franconia-Teutonia auf der Schanz zu Regensburg, der Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg und der Alten Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz.

Als „Alter Herr“ der pflichtschlagenden Landsmannschaft Franconia-Teutonia auf der Schanz zu Regensburg hält Straub bis heute engen Kontakt. In dieser Rolle gibt er der Aktivitas beispielsweise Tipps zu „Was macht einen Gentleman aus?“ oder besäuft sich beim Pfingstkongress des Coburger Convent mit. Pikant: Sein Arbeitgeber, der große Elektrobetrieb Freitag Gruppe, besteht bis zur Chefetage aus alten Herren der Verbindung. Beim 100-jährigen Firmenevent feierte die Aktivitas der Landsmannschaft, auf der Bühne traten Personen mit dem Couleurband der Verbindung auf. Auch der Chef Dr. Michael Freitag war von 2004 bis 2008 im angeschlossenen Verein der Landsmannschaft Franconia-Teutonia Vorstand. Parteipolitisch ist Freitag wiederum seit 2000 bei der CSU. Hier wird exemplarisch sichtbar, dass Verbindungen wie diese ein Brückenschlag zwischen Konservativen und extrem Rechten sein können. Gerüchteweise zeigen auch manche CSU Städträte in Regensburg kein Abgrenzungsbedürfnis zu Straub.

Trotz der zweifelhaften Historie der Regensburger Landsmannschaft (2), sind es vor allem die beiden österreichischen Korporationen, die Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg (3) und die Alte Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz (4), denen Thomas Straub als „Alter Herr“ verbunden ist. Beide gehören dem radikal rechten Lager der Studentenverbindungen an.

2: Christian Eberl

Christian Eberl tritt erstmals auf einer Liste der AfD an. Er ist 1966 geboren und arbeitet laut eigener Angabe als Verkehrsmeister. Gabriela Auer, Platz 8 der Stadtratsliste, ist seine Schwester. Als Möchtegern-Politiker tut er sich erst seit kurzem hervor. Bis Ende 2024 teilte er auf mehreren Facebook-Profilen vor allem Wutbürger-Content und klassische Themen der extremen Rechten.

Wenig überraschend stimmte er Anfang der 2020er Jahre in den Chor der Corona-Verschwörungsideologien ein: Er sei gegen das „verarschen, bevormunden und gängeln“ und verbreitete Inhalte von Ken Jebsen oder Sucharit Bhakdi, hetzte unter der Gürtellinie gegen Politiker:innen demokratischer Parteien und gegen Geflüchtete, beispielsweise mit einer Darstellung eines Flugzeugs voller nicht-weißer Männer und dem Kommentar „Ich heisse die Frauen und Kinder willkommen“ (sic!) oder mit der Behauptung, man würde „Asylanten den Hintern vergolden“. Mit Posts zum „Stolzmonat“, einer extrem rechten Kampagne gegen den Pride Month, positioniert Eberl sich außerdem queerfeindlich. Auch für Darstellungen der damaligen Kanzlerin Angela Merkel in Nazi-Uniform während der Schuldenkrise in Griechenland und das Verbreiten der „Bilderberger“-Verschwörungstheorie war er sich nicht zu schade. Damit scheint er sich bei der AfD ganz wohl fühlen zu können – so gut, dass er im Jahr 2025 stolz mit dem Faschisten Björn Höcke posiert.

3: Nikolai Sitschow

Nikolai Sitschow ist einer der längsten Aktiven der Regensburger AfD. Im Vorstand des Kreisverbands ist der 1951 in Russland geborene Rentner schon seit 2019. Sitschow arbeitet (vermutlich, um seine Rente aufzustocken) für die Sicherheitsfirma des AfD-Vorsitzenden Dieter Arnold „Arnold Sicherheit“, leert dort beispielsweise die von der Stadt betriebenen Parkautomaten.

Trotz einem vorderen Listenplatz und ordentlich Wahlkampf mit eigenen Plakaten und Flyern blieb seine Kandidatur 2020 erfolglos. Auch dieses Mal ist Sitschow der einzige AfD-Kandidat, der in großem Umfang personalisierte Flyer in Regensburgs Briefkästen verteilt. Sitschow tritt für die parteiinternen Gliederung „Russlanddeutsche in der AfD“ auf und wirbt auch explizit russischsprachige Wähler:innen.

Sitschow ist ein klassischer Verschwörungsideologe ­– und das nicht erst seit der Corona-Pandemie, wie wir schon zu seiner Kandidatur 2020 in diesem Artikel festgehalten haben. Zu seiner ständigen und ekelhaften Hetze gegen Geflüchtete (gerne bebildert mit schwarzen Menschen auf Booten) kommt eine verschwörungsideologische Analyse von Migration als „kulturelle[m] Selbstmord“. Mehr Aufmerksamkeit widmet Sitschow nur der Glorifizierung Russlands inklusive Falschnachrichten über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und ein nicht abklingendes Loblied auf Wladimir Putin.

4: Lukas Daiser

Der mit dem Jahrgang 2006 jüngste und zugleich umtriebigste Kandidat der Stadtratsliste ist Lukas Daiser. Er kommt ursprünglich aus Dachau und studiert aktuell an der Universität Regensburg Jura im 1. Semester. Aktiv ist er vor allem bei der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD). Sowohl bei deren Gründung im November 2025 in Gießen, als auch zur Gründung der bayerischen Gliederung der GD im Dezember 2025 in Greding war er mit einer Reisegruppe aus Ostbayern bzw. Regensburg/Kelheim vor Ort.

Ganz dem Klischee des Erstsemester-Jurastudenten ist Daiser sehr klagefreudig: Nachdem das „Zentrum für politische Schönheit“ Aufnahmen von Daiser und seiner Gießen-Reisegruppe lachend vor einer Leinwand mit Bildern aus dem Konzentrationslager Auschwitz veröffentlicht hatte, musste dieses die Interpretation, Daiser habe hier über ein Auschwitz-Video gelacht, zurückziehen. Auch anderen Personen und Veröffentlichungen gegenüber, die sich zur Causa Auschwitz-Video äußern, leitet Daiser rechtliche Schritte ein. Vertreten wird er dabei vom Regensburger AfD-Anwalt Christian Stahl.

Neben Klagen gegen unliebsame Kritiker*innen scheint Daiser seine Aufgabe für die AfD vor allem darin zu sehen, neue Zielgruppen mit schnell geschnittenen TikToks zu erschließen.

5: Hermann Auer

Auch Hermann Auer kandidiert erstmals für die AfD. Er ist 1966 geboren, also aktuell 59 Jahre alt, und arbeitet seit vielen Jahren im Regensburger BMW-Werk als Karosseriebauer. Er ist der Schwager von Christian Eberl (Listenplatz 2) und verheiratet mit Gabriela Auer (geb. Eberl, Listenplatz 8). Der gemeinsame Sohn Marco Auer, der demnächst volljährig wird, trat in der Vergangenheit ebenfalls bei AfD-Veranstaltungen in Regensburg auf, sowie bei der Gründung der „Generation Deutschland“ (der neuen AfD-Jugendorganisation) in Gießen am 29.11.2025. Als Teil der im Privatfahrzeug angereisten Reisegruppe Ostbayern posierte Marco Auer abends feixend für ein Gruppenselfie vor dem vom „Zentrum für politische Schönheit“ an die Wand gestrahlten Schriftzug „HTLR JGND“ („Hitlerjugend“).

Während der Corona-Pandemie verbreitete Hermann Auer klassische „Corona-Kritiker“-Inhalte, zog beispielsweise den „Nürnberger Kodex“ (entstanden 1947 im Kontext der Nürnberger Prozesse gegen NS-Täter) für Vergleiche mit der Corona-Impfung heran. 2021 schrieb er gar, man könne meinen, Söder wolle „für die Ungeimpften das KZ in Dachau reaktivieren“. Da scheint es nur konsequent, dass Hermann Auer gemeinsam mit seiner Frau Gabriela Auer selbst ebenfalls unter den Teilnehmenden der rechts und verschwörungsideologisch geprägten Corona-Proteste in Regensburg waren.

Auch vor Corona verbreitete Hermann Auer schon klassische Inhalte der extremen Rechten im entsprechenden Vokabular: Er schreibt von der „geplante[n] Massenmigration“ und vom „Flüchtlingsgeld“ als „Volksverrat“ und der „Zerstörung der deutschen Identität durch kulturfremde Masseneinwanderung“. Die Tatsache, dass dieser Mann bald im Regensburger Stadtrat sitzen könnte, sollte mehr als beunruhigen.

6: Richard Ilnseher

Richard Ilnseher gehört mit dem Geburtsjahr 1992 ebenfalls zu den wenigen jüngeren Kandidierenden der AfD-Liste. Wie Daiser ist auch er Mitglied der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ und nahm an der Gründung der bayerischen Gliederung im Dezember 2025 in Greding teil. Auch über die AfD hinaus scheint Ilnseher sich in extrem rechten Netzwerken wohlzufühlen: Auf Instagram posiert er beispielsweise mit einer Influencerin und Praktikantin des extrem rechten Compact Magazins.

7: Thomas Häusler

Thomas Häusler tritt ebenfalls erstmals für die AfD öffentlich in Erscheinung. Der Rentner ist 1957 geboren, liket auf Facebook gerne Seiten wie „Deutsche Soldaten-Erinnerungen“, drängt ansonsten aber kaum mit (politischen) Beiträgen an die Öffentlichkeit.

8: Gabriela Auer

Gabriela Auer (geb. Eberl, Jahrgang 1968) stammt aus dem Regensburger Umland und tritt wie ihr Bruder Christian Eberl (Listenplatz 2) und ihr Ehemann Hermann Auer (Listenplatz 5) erstmals für die AfD an. Sie arbeitet als Kassiererin bei Lidl.

Ihre extrem rechte Positionierung pflegt Gabriela Auer aber wie ihr Mann offenbar schon länger: Bereits seit fast 10 Jahren präsentiert sie sich als Fan verschiedener extrem rechter Parteien ­– sei es die AfD, oder gerne auch mal „Die Heimat“ (ehemals NPD), deren Posts sie auf Social Media teilt. Ihre Rolle als Frau und Mutter stellt sie häufig in den Vordergrund, wenn sie gegen „Genderscheiß“ hetzt oder sich „um die Sicherheit meiner Enkelkinder“ sorgt. Passend dazu scheint sie Fan von Gloria von Thurn und Taxis zu sein.

9: Elke Schmidt

Die zweite Frau auf den vorderen (wenngleich kaum mehr aussichtsreichen) Plätzen der AfD-Liste ist die 1966 geborene Maschinistin Elke Schmidt. Politische Inhalte sucht man auch bei ihr vergeblich.

10: Ulrich Heigl

Ebenso wenig ernstzunehmend scheint die Kandidatur des 56-jährigen Unternehmers Ulrich Heigl auf Listenplatz 10.


Ausblick & Einschätzung

Im Regensburger Stadtrat hatte die AfD bislang nur zwei Mandate und damit keinen Fraktionsstatus inne. Das dürfte sich mit der nächsten Stadtratsperiode ändern. Aussicht auf ein Mandat haben dieses mal deutlich mehr Kandidierende. Der damit einhergehende Fraktionsstatus für die AfD im Regensburger Stadtrat würde eine politische Stärkung, u. a. verbunden mit mehr finanziellen Mitteln, bedeuten.

Personell lässt sich an der Liste auch der Zustand des Kreisverbands ablesen. Es fällt auf, dass nur sehr wenige Kandidierende aus der Kommunalwahl 2020 wiederzufinden sind. Der größte Teil der Namen, auch und besonders auf den vorderen Listenplätzen, tauchte bislang nicht im Zusammenhang mit der AfD auf. Gründe dafür können interne Streitigkeiten, wie sie sich seit Jahren durch den Regensburger Kreisverband ziehen, ebenso sein wie auch eine bei anderen Parteien übliche personelle Veränderung im Laufe von sechs Jahren.

Besonders zeigt sich unserer Analyse nach aber, wie sehr es der Regensburger AfD seit der Zeit vor der Corona-Pandemie gelungen ist, sich weitere Milieus, beispielsweise die der „Montagsspaziergänge“ und „Nein zum Heim“-Initiativen, zu erschließen. Beispielhaft zeigen das Christian Eberl (Platz 2) und Hermann Auer (Platz 5): Beide vertreten und verbreiten seit Jahren rechte Positionen und sind dafür erst relativ spät für die AfD aktiv geworden. Das unterstreichen auch die Tatsachen, dass die AfD eine Liste mit 50 (!) Namen für den Stadtrat aufstellen konnte und dass der Regensburger AfD-Kreisverband mittlerweile als mitgliederstärkster Bayerns gilt.

Bedeutsam ist zweitens, dass es mit Daiser und Ilnseher zwei jüngere Personen unter die ersten Listenplätze geschafft haben, die in einer bayerischen und künftig wohl auch Oberpfälzer Struktur der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ verankert sind. Hier scheint die Nachwuchsarbeit der Regensburger AfD Früchte zu tragen.

Verhindern lässt sich der Einzug einer AfD-Fraktion in den Regensburger Stadtrat nun nicht mehr. Umso wichtiger, dass die demokratischen Fraktionen und die Stadtöffentlichkeit sich einer weiteren Normalisierung extrem rechter (Kommunal-)Politik entschlossen entgegenstellt.


Fußnoten:

(1) Frauenanteil der Regensburger Parteien bei der Kommunalwahl 2026 (nach Höhe): Die Partei: 17%, Kennwort Zukunft: 20%, RIBSL 29%, AfD: 36%, CSU: 38%, Volt: 31%, Linke 40%, CSB 40%, Brücke: 40%, FW: 40%, FDP: 42%, SPD: 46%, ÖDP: 50%, Grüne: 56%

Hinweis zur Erfassung: Prozentzahlen wurden aufgrund der männlich oder weiblich gelesenen gesellschaftlich definierten Vornamen erfasst. Eine Erhebung des sozialen Geschlechtes, bzw. auch einer Selbsteinordnung und eine Ausdifferenzierung der biologischen Geschlechter konnte aufgrund fehlender Befragung nicht erfolgen.

(2) Landsmannschaft im CC Franconia-Teutonia auf der Schanz Regensburg

Die Autonome Antifa Freiburg machte sich erst kürzlich die Mühe übersichtlich nachzuvollziehen, welche NS-Kameradschaften von Bünden der Deutschen Landsmannschaft (DL) oder des Vertreterconvents der Turnerschaften (VC) (mit-)gegründet wurden und wie die aus den entsprechenden NS-Kameradschaften des Nationalsozialisten Deutschen Studentenbunds (NSDStB) schließlich wieder hervorgegangenen Bünde (teils nach Fusionen) heute heißen.

Die Regensburger Verbindung „Landsmannschaft im CC Franconia-Teutonia auf der Schanz Regensburg“, deren korporiertes Mitglied Thomas Straub ist, entstand nach dem zweiten Weltkrieg aus ihren Vorläuferorganisationen, der Kameradschaft im NSDStB Klaus von Pape Leipzig sowie der Kameradschaft im NSDStB Auf der Schanz Straßburg https://autonome-antifa.org/IMG/pdf/2025-06-05-aaf-coburgs-korporierte-schueler.pdf

(3) Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg

Beim Fackelmarsch des „Corburger Convents“ am Pfingstmontag 2023 hatten zwei „Alte Herren“ des CC den Fotografen und Journalisten Robert Andreasch (a.i.d.a.) mit ihren brennenden Fackeln angegriffen. Bei einem der beiden Angreifer handelte es sich um Michael Trilety, „Alter Herr“ der „Akademischen Landsmannschaft im CC der Salzburger zu Salzburg“ und weiterer Korpos. Er wurde wegen des Angriffs am 21. Januar 2025 vom Amtsgericht Coburg verurteilt. https://autonome-antifa.org/breve9435

Ebenjener Michael Trilety war am Pfingstmontag 2005 der Festredner des „Coburger Convents“ gewesen. Damals hieß es im Coburger Tageblatt zu seiner Rede: „Trilety hält Ideen wie die Abschaffung des Tages der Wiedervereinigung oder die Einführung eines islamischen Feiertages für bedenklich. ,Wir, die Mitglieder des Convents, werden wieder gemahnt, Tendenzen einer erneuten Teilung und einem Verlust deutscher Kultur und deutscher Sprache entgegen zu wirken. Auch wenn oder aber gerade weil es in einem geeinten Europa nur noch gedankliche Grenzen gibt, sind wir alle aufgerufen, mit Hoffmann von Fallersleben von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt für die kulturelle Identität des deutschen Sprachraumes einzutreten.‘“ https://autonome-antifa.org/breve9075

Rundum den Gerichtsprozess des als „AfD-Waffenhändlers“ bekannt gewordenen Alexander Reichl kam um 2022 außerdem heraus, dass der ehem. Bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Müller (2017 bis 2021) im Jahr 2016 eine scharfe Schusswaffe 2016 bei ihm erworben hatte. Hansjörg Müller, ist (wie Thomas Straub) „Alter Herr“ der der „Landsmannschaft der Salzburger zu Salzburg“ und der „Turnerschaft Germania Dresden“, beide im „Coburger Convent“. https://autonome-antifa.org/breve9369 & https://antifainfoblatt.de/aib131/rechter-waffenhandel-die-bayerisch-kroatische-connection

(4) Alten Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz

Im Juni 2025 veröffentliche die „Autonome Antifa Freiburg“ ein Communiqué, in dem sie vor allem auf die die Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock in Hamburg und die Alte Prager Landsmannschaft Böhmerwald in Linz (beide im Coburger Convent) eingeht. https://autonome-antifa.org/article424

In einem (aktuellen) E-Mail-Verteiler der „Alten Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz“ findet sich, neben gut 25 weiteren Mitgliedern („Alten Herren“) auch der AfD-Stadtrat Thomas Straub aus Regensburg. In der Runde scheint Straub nicht der einzige AfD Funktionär gewesen zu sein, wie aus dem Communiqué der AAF hervorgeht. Als im Jahr 2022 der „Altherrenobmann a.D.“ und Träger des Ehrenband ,pro merite‘“ der Alten Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz, Theo Ronzheimer (21.07.1936 – 28.03.2022) verstarb, versandte die Verbindung eine interne Todesanzeige an Thomas Straub und die ca. 25 verbleibenden „Alten Herren“. Der verstorbene Ronzheimer hatte noch bei der Hessischen Kommunalwahl 2021 auf der Liste der AfD für den Kreistag Marburg-Biedenkopf kandidiert. Auffällig ist, in der Todesanzeige der Korporation nicht wie üblich Stern- und Kreuz-Symbole für Geburts- und Todestag verwendet hat, sondern die in der völkischen Naziszene übliche Algiz-Rune. Das Motto der Todesanzeigen der Alten Prager Landsmannschaft Böhmerwald zu Linz, wie auch in dieser Anzeige, ist jeweils die Wehrmachtslosung „Treue um Treue“ (Wahlspruch der Fallschirmjägertruppe der Wehrmacht). https://autonome-antifa.org/IMG/pdf/2025-06-01-aaf-tradition-in-waffen.pdf