Jahresrückblick auf antisemitisch konnotierte Proteste ausgehend von Regensburg4Palestine

Seit mittlerweile zwei Jahren erleben wir auch in Regensburg einen massiven Anstieg antisemitischer Mobilisierung. Im Herbst vergangnen Jahres folgte dann, womit viele nicht mehr gerechnet hatten: Es kam zu einem fragilen Waffenstillstand, die Hamas und Israel stimmten einem Friedensplan zu, die noch lebenden Geiseln in der Gefangenschaft der Hamas kamen frei, Israel stellte seine massive Kriegsführung ein.
Aber was bedeutet die veränderte Lage im Nahen Osten für die antisemitischen Mobilisierungen, die wir die letzten zwei Jahre auch in Regensburg erlebt haben? Ein Rück- und Ausblick.
Recap: Die Anfänge von Regensburg4Palestine
Schon die letzten zwei Jahre haben wir ausführliche Artikel über „Regensburg4Palestine“ (Text von 2023, Text von 2024) veröffentlicht. Der nur wenige Wochen nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober erstmals in die Öffentlichkeit getretene Zusammenschluss wurde schon damals von Harethe El Ouadhane, Vorstandsmitglied des Islamischen Zentrum Regensburg (IZR) , und seiner Tochter Sarah El Ouadhane, die sich in der Öffentlichkeit Sarah Foudhaili nennt und Jugendvertreterin der dem IZR zugehörigen Ar-Rahman-Moschee ist, angeführt.


Beide (sowie auch andere Angehörige der IZR) waren schon Jahre zuvor auf Demonstrationen in Regensburg präsent, auf denen es zu antisemitischen Aussagen kam – beispielsweise im Mai 2021, als der Harethe El Ouadhane auf einer Demonstration am Domplatz ein Schild mit der shoahrelativierenden Aufschrift “Stoppt das Pogrom den Holocaust die Apartheid” präsentierte.

Auch Sarah El Ouadhane/Foudhaili ließ nie Zweifel daran, wo sie politisch steht. Direkt am 7. Oktober, d. h. noch vor jeder militärischen Reaktion Israels und den Folgen für die Bevölkerung in Gaza, posierte sie auf Instagram (zu finden unter ihrem Account elosa68) mit der an Palästina gerichteten Aufschrift „Soon you’ll be free“ und feierte damit den Überfall der Hamas auf israelische Zivilist:innen als Befreiungsakt.

2023 hielt Regensburg4Palestine regelmäßig Mahnwachen am Hauptbahnhof ab, bei denen mit blutigen Stoffbündeln an die getöteten Kinder in Gaza erinnert werden sollte – eine nicht nur wegen der potentiell (re)traumatisierenden Wirkung auf Passant*innen zu kritisierende, sondern auch unverhohlen an die Legende vom jüdischen „Kindermörder“ anknüpfende Praxis.
Die regelmäßigen Kundgebungen und Demonstrationszüge von Regensburg4Palestine über das Jahr 2024 hinweg erhielten häufig personelle Unterstützung aus anderen bayerischen Städten. Diese schwangen gerne auch islamistische und Islamismus verharmlosende Reden. („Denn unser Schöpfer Allah, er ist der Allgerechte, er ist der Allbarmherzige, der Allliebende und hat uns vorgeschrieben, dass Palästina eines Tages frei sein wird.“ / „Die Amerikaner und die Engländer greifen in Jemen an, weil die Huthis [Anmerkung: schiitisch-islamistische Miliz im Jemen] alles daran setzen und das tun, was alle hätten tun müssen, nämlich diesen Völkermord zu verhindern.“)


Im Sommer 2024 entstand aus Regensburg4Palestine der Zusammenschluss Students4Palestine. Die Gruppe schaffte damals einen ersten Schritt aus einem islamischen hinein in ein studentisches, sich beispielsweise (queer)feministisch und antirassistisch verortendes Milieu. Die Students4Palestine organisierten vom 7. bis zum 14. Juli 2024 ein Protestcamp am Schwanenplatz, unter Beteiligung von IZR-Mitgliedern und auch linker Gruppen. Danach wurde es still um die Students4Palestine. Dass das Konzept einer Resonanzraumerweiterung jedoch erfolgreich war, zeigte sich 2025: Ausgehend von Linken fanden 2025 drei Versammlungen statt, bei denen sowohl Regensburg4Palestine, als auch Students4Palestine (online) als Kooperationspartner auftrat.


Alles wie gehabt: IZR-Funktionäre, Shoahvergleiche und Siegeswünsche an die Hamas
Ähnlich wie Students4Palestine ist auch Regensburg4Palestine immer wieder über längere Phasen inaktiv und organisiert dann zeitweise mehrere Wochen hintereinander Versammlungen. 2025 waren es im Sommer sieben Stück in kurzem Zeitraum. Anderes als 2024 waren aber fast keine externen Redner:innen vor Ort. Die Vernetzung zu den Nürnberger Strukturen scheint abgerissen zu sein. Das ist eine Sache, die sich seit unserem letzten Artikel über die Struktur geändert hat. Geblieben ist allerdings die permanente Verbreitung von Desinformation über den Gaza-Krieg, die Delegitimation des jüdischen Staates und verschiedene Formen von Antisemitismus.
Wer Israel das Existenzrecht abspricht, wer also fordert, der Staat Israel solle aufhören zu existieren, der negiert die reale Gefahr, der Jüdinnen:Juden heutzutage aufgrund von weltweitem Antisemitismus noch immer ausgesetzt sind, dass ein jüdischer Schutzraumes notwendig ist und dass der Staat Israel die logische Konsquenz hieraus ist.
Thomas Lang beispielsweise, Konvertit und ein eines der öffentlichen Gesichter des IZR, erklärte in einer Rede am 4. Mai 2024, ihm ginge es „um das gesamte Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer“ – eine Absage an die Existenz eines jüdischen Staates, wie sie deutlicher nicht sein könnte.

Neben der Deligitimierung des jüdischen Staates kommt es bei R4P auch immer wieder zu Dämonisierung von Israel. Harethe El Ouadhane bemüht in seinen teils ellenlangen Monologen immer wieder drastische Bilder und verortet Gewalt und Kriegsverbrechen stets einseitig zulasten Israels. Kritik an der anderen Kriegspartei, nämlich der Hamas und ihrer Verbündeten, sucht man vergeblich. Fakten blendet er aus, Zusammenhänge verschweigt er wohl bewusst. Nicht zuletzt bezieht der Regensburg4Palestine-Organisator sich dabei immer wieder instrumentell auf die Shoah und betreibt so offenen antisemitische Geschichtsverdrehungen.
„Weil das was mit unseren Geschwistern, den Juden damals passiert ist, das passiert ähnlich, auch wenn es jetzt auf kleinerem Maßstab. Aber warum müssen es 6 Millionen Palästinenser jetzt sein, damit jetzt die Vergleichbarkeit gültig ist?“
– Harethe El Ouadhane am 07.11.25„Jedenfalls was sie sind Zeugen von Ereignissen, die heute stattfinden, wo wir gedacht haben die wird niemals stattfinden, würden wir niemals mit eigenen Augen sehen, was ist für uns immer Schwarzfilmerei, alles Geschichte, gelernt dass die Geschichte. Das hat stattgefunden in Deutschland vor 80 Jahren, ja, in Massen. Da hat die Bevölkerung auch wieder genau so agiert. Die haben den Arm gehoben und irgendwelche Heil Hitler gerufen und die haben weg geschaut. Diese Juden haben das verdient. Und heute machen wir das gleiche.“
– Harethe El Ouadhane am 08.08.25„Aber wer weiß, vielleicht, wenn der Krieg jetzt noch ein paar Jahre geht und alle Palästinenser in Deutschland gelöscht werden, dann ist der Genozid von Gaza vielleicht größer als der Holocaust damals. Man soll es stoppen.“
– Harethe El Ouadhane am 20.08.25„So kann man auch die größten Genozide der Welt, der Menschheitsgeschichte auch verüben. Das haben die Vorgängervölker auch gemacht. Der Genozid auf die Juden selbst. Das wurde nicht anders begründet. Viele haben gesagt, das waren keine Menschen. Man kann ja wirklich in die deutsche Literatur schauen. Schwarz-Weiß, da sieht man, wie die die Juden beschimpft haben. Und genauso, das passiert jetzt auch mit den Palästinensischen, von der IDF. Also wir sagen nicht Juden, weil wir wissen, es sind nicht alle, die so gleich denken.“
– Harethe EL Ouadhane am 19.09.25“Die israelische Armee ist keine neue Politik, das ist keine, wir sind in der Hinsicht nicht Kreativität, das haben alle Gleichgesinnten der Weltgeschichte gemacht bei Genoziden. Die vernichten ein Volk, aber vernichten auch gleich die Spuren und deformieren dann die Geschichte, die Weltgeschichte. Wer spricht heute über die Genozide gegen die Indianer in Amerika. Der einzige Genozid, was jetzt wirklich berichtet wird, ist der Genozid gegen die Juden. Aber die wissen inzwischen warum. Es geht nicht nur um die Weltgeschichte, nicht nur um Lerneffekte. Die wollen nicht den Leuten wirklich belehren, dass sie wirklich human und menschlich werden. Nein, die wollen die Leute auch noch dazu deformieren, dass sie auch empfänglich sind für andere Genozide, aber anderer Natur. In der israelischen Politik, in den israelischen Medien, tagtäglich in den Schulen, in den Unis, überall, in den Synagogen, in den Kindergärten. Es wird immer, immer wieder verbreitet. Juden sind die einzigen Opfer dieser Welt. “
– Harethe EL Ouadhane am 19.09.25

Dass es Harethe El Quadhane dabei nicht um Frieden zwischen Israelis und Palästineser:innen geht, zeigte sich auch im Juni 2025. Bei einer Grußbotschaft zum muslimischen Fest Eid al-Adha erinnerte er: “Wir müssen natürlich an unsere Geschwister in Gaza denken” und fuhr fort: “Möge Allah sie helfen, unterstützen und zum Sieg verhelfen.” Zu diesem Zeitpunkt tobte der Krieg in Gaza noch, den Sieg konnte also nur die islamistische Hamas (die bekanntermaßen Israel auslöschen und weltweit Jüdinnen und Juden ermorden möchte) erringen, der El Quadhane seinen Segenswunsch zusprach.

„Wir müssen natürlich an unsere Geschwister in Gaza denken. Möge Allah sie helfen, unterstützen und zum Sieg verhelfen.“
Harethe El Quadhane am 09. Juni 2025
Von den Sternen Palästinas und der Beseitigung des Staates Israels
Seine Tochter Sarah El Ouadhane (bzw. Foudhaili) tritt ebenfalls fast auf jeder Kundgebung als Rednerin auf. Häufig verliest sie eigene Gedichte, die das palästinensische Volk oder das Gebiet als Paradies auf Erden glorifiziert und viele Widersprüche und Unterdrückungsmechanismen auch in der palästinensischen Gesellschaft ausklammert. In ihrer Vorstellung kann es wohl auch nur den Kampf gegen Israel und kein friedliche Koexistenz nebeneinander geben. Sie spricht am 20. August 2025 beispielsweise von den Palästinenser:innen als ein Volk, dass erschöpft sei, weil es seit 76 Jahren Widerstand leistet. Mit dieser Aussage bedient sie einerseits die Vorstellung vom gerechtfertigten Widerstand (undifferenziert mit welchen Mitteln und von wem ausgehend) und andererseits die grundsätzliche Illegitimität der israelischen Staatsgründung vor 76 Jahren.


Dass Sarah El Ouadhane (Foudhaili) nicht an einer zwei Staatenlösung interessiert ist, sondern den gesamten Staat Israel ablehnt, zeigt sie auch in ihrem kleinen Buch “Die Sterne Palästinas”, das sie 2024 herausgab. Im Glossar, an dem maßgeblich Thomas Lang mitgewirkt hat, werden israelische Städte und auch die Negev Wüste im Süden Israels durchgehend als Teil Palästinas, der Staat Israel als Besatzungsmacht beschrieben. Der Zionismus, also das Streben nach einem unabhängigen jüdischen (Schutz-)Staat, der von Jüdinnen und Juden nach der Shoah weltweit Zulauf bekommen hatte, wird in dem Buch als “von der Mehrheit als rechtsradikal angesehen” beschrieben. Offen bleibt, wer diese Mehrheit sein soll. Klar ist aber, was damit gemeint ist: das Vorgehen gegen und in letzter Konsequenz die Auslöschung des Staates Israel muss erfolgen, damit es Frieden und Gerechtigkeit geben kann.
Ihren Kampf gegen Israel führt Foudhaili vor allem durch sprachliche Dämonisierung. Dabei betreibt sie auch Geschichtsrevisionismus und auch Täter-Opfer-Umkehr. In ihren Gedichten heißt es beispielsweise:
„Denn Zionisten und Nazis […] die Parallelen sind klar, die Verbrechen ohne jede Moral, es ist an der Zeit, sie zu nennen: ein weltweiter Skandal“
“Deutschland , mach dich bereit, auf ewig zu stehen auf der falschen Seite der Zeit, […] wenn ihr dieselben Verbrechen, wenn auch durch andere, wiederholt.”
Besonders widerwärtig ist ihr Vergleich mit palästinensischen Gefangenen und KZ-Häftlingen in ihrem Gedicht “Nie wieder”. So heißt es bei ihr:
“In Unterhosen gekleidet […] erinnert es an Zeiten, die niemals wiederkehren sollen. “Nie wieder”, so laut der Ruf der Zeit, doch es wiederholt sich, bereits. Diesmal nicht hier, sondern im Heiligen Land.”
Allein dieser Satz könnte aus einem Lehrbuch über israelbezogenen Antisemitismus stammen. Er parallelisiert Israel mit dem nationalsozialistischen Deutschland mit dem Ziel, Israel zu dämonisieren und verharmlost deutsche Verbrechen massiv.
Verschwörungstheorien ohne Widerspruch
Eine skurrile Episode bei Regensburg4Palestine war die Beteiligung der US-amerikansichen Verschwörungsideologien Iris Green, die mehrfach als Rednerin auftrat und Passant:innen belästigte.
„We are all controlled by the government. The government is controlled by a small number of people with a lot of money. They controll the media and implement brainwashing tactcs. In this age of informaton, we shoudl be able to see that. The lack of empathy we are seeing from the german public is a direct result of these brainwashing tactcs. The public is kept ignorant about many things on purpose.“
– Iris Green am 04. Mai 2024
Dass es beim anwesenden Publikum angesichts solcher den Querdenkern in nichts nachstehender Verschwörungsthesen weder Irritation noch Widerspruch gab, verwundert kaum mehr. Greens Aussagen fügen sich wunderbar in das antisemitische Weltbild, in dem eine kleine jüdische Elite die Geschicke der Welt lenkt. Wo bei all dem Bösen in der Welt noch das Gute zu finden ist, ließ sie das Publikum ebenfalls wissen: „They don’t believe in Allah because he is not with them. Do not let them distract you.“
Auch Organisator El Ouadhane selbst schlägt in seinen langen Monologen immer wieder in die Verschwörungs-Kerbe. Am 11. Juli 2025 beispielsweise stellte er Netanyahu als Strippenzieher hinter den größten gepolitischen Ereignissen der letzten Jahrzehnte dar, der „die ganze Welt in der Hand hat, weil er die ganze Welt manipuliert“. Man muss keinerlei Sympathien für Netanyahu haben, um die antisemitische Grundierung dieses Strippenzieher-Motivs zu erkennen.
„Er hat schon vor 30 Jahren angefangen mit der Sowjetunion. Er damals hat gesagt: „If you take the Soviet Union out, the world will look better.“ Das hat stattgefunden. Das hat er genauso gemacht. Und das alles kann man heute wirklich sehen in Videos. Als junger Netanyahu hat er auch gesagt: „If you take Saddam out, the world will be better.“ Und dann hat er, heute hat er, vor kurzem hat er die gleiche Aussage über den Iran. „If you take Iran out…“ Das heißt, diese Person hat nur eine Lösung.“
– Harethe El Ouadhane am 11.07.25
Töpfe schlagen für Gaza und das Feindbild Zionismus
Die bislang letzte Episode des antisemitischen Aktivismus in Regensburg ist ebenfalls mit Regensburg4Palestine verknüpft. Mehrfach, beispielsweise am 08. und am 20. August, sprach auf den Kundgebungen der Gruppe der antisemitische Aktivist Marteen De Groot, um für seine Aktion „Pot Banging for Gaza“ zu werben. Mehrmals die Woche trommelt er in der Altstadt auf Kochtöpfen herum, ruft Parolen und scharrt dabei auch eine kleine Gruppe Palästina-Aktivist:innen um sich. Auch Harethe El Ouadhane fand sich schon zum Töpfeklopfen am Hauptbahnhof ein.

2024 fiel De Groot bereits auf, als er das Gedenken an die Betroffenes des 7. Oktober vor der Synagoge störte und ein Schild mit der Aufschrift „Nie wieder für alle – Free Palestine“ zeigte. In diesem Kontext (die Veranstaltung war unter anderem von der Jüdischen Gemeinde organisiert) kann die Aufschrift nur als Gleichsetzung von Palästinenser:innen mit den in der Shoah getöteten Jüdinnen und Juden interpretiert werden – ein klassiker antisemitischer Rhetorik, der sicher keinem einzigen Menschen in Gaza hilft.
Dass De Groot vielmehr Antisemitismus verbreitet als für die Rechte von Palästinenser:innen einzustehen, zeigt auch das Schild mit der Aufschrift „Zionism = Racism = Genocide“, das er bei seinen Pot Banging Aktionen aufstellt. Er prangert damit nicht etwa rassistische Politik(en) und Praktiken in Israel/Gaza/Westbank an, sondern dämonisiert den Zionismus, die jüdische Nationalbewegung als ganze. Dass es linke wie rechte, religiösen wie säkulare zionistische Ströungen gibt, spielt keine Rolle. Wenn Zionismus, wie De Groot behauptet, gleichbedeutend mit Rassismus und Genozid ist, lässt das nur einen Schluss zu: Der Staat Israel sei von Grund auf und als Ganzes illegitim und hätte keine Daseinsberechtigung (im Unterschied zu allen anderen Staaten der Welt, für die das nicht zu gelten scheint).



Ein Blick auf De Groots Profil auf X bestätigt diese Vermutung. Er verbreitet dort unzählige antisemitische Posts, in denen unter anderem von „One Holocaust does not justify another” und “from the river to the sea” die Rede ist. Er teilt Schilder, auf denen brennende Israelflaggen gezeichnet oder vom roten “Hamas- Dreieck” zerschlagen werden. Auf den 7. Oktober, als erste und direkte Reaktion auf den pogromhaften Überfall der Hamas, reagierte er glorifizierend mit: “Colonialism is not a metaphor. It is a force that must be resisted.” Zum Tod des Hamas-Chefs Yahya Sinwar 2024 teilte er ebenfalls einen glorifizierenden Post.











„Zionisten sind Faschisten, Kindermörder und Terroristen“
– Parole beim “Pot Banging for Gaza” am 22. November 2025
Die Instrumentalisierung des Begriffs „Zionismus“ bzw. die Feinmarkierung, macht auch in Regensburg nicht halt. Der Zionismus und die Existenz eines jüdischen Staates sind auch Harethe El Ouadhanes deutlichstes Feindbild. Am 19. September 2025, bei einer Kundgebung von Regensburg4Palestine, sagte er, Zionismus sei “keine Sache von Ethik oder Religion”, sondern eine „Sekte (…) die sagen, we are the chosen people. Die glauben nicht an Gott, aber die sind aus der Welt von Gott. Die (…) sagen, okay, alle Nichtjuden können getötet werden.“
Eine solche ideologische Verrenkung muss einem erst einmal gelingen. Eine politische Konsequenz (warum es den Zionismus überhaupt braucht) jahrtausendelanger Verfolgung von Jüdinnen:Juden wird mit einem – dann plötzlich doch religiös begründeten – Aufruf zur Tötung von Menschen gleichsetzt. Zudem zeigt sich auch hier wieder der verschwörungsideolgische Antisemitismus: zionistische Bewegungen können am Ende wieder nur von den Strippenzieher:innen im Hintergrund gelenkt worden sein.
Über den Wahn, in dem sich die maßgeblichen Akteur*innen von Regensburg4Palestine befinden, ist damit alles gesagt. Hier zeigt sich beispielhaft die antisemitische Konsequenz des Antizionismus. Der Antisemitismus ist in ihm enthalten „wie das Gewitter in der Wolke“, wie Jean Améry schrieb.
Ausblick
Ob dieses Gewitter in nächster Zeit weiter wütet oder ob eine Entspannung des Konflikts (die meisten Regensburg4Palestine Kundgebungen standen immerhin unter dem frommen Motto „Ceasefire now“) auch zu einem Ende des schamlos und offen zur Schau getragenen Hass auf Israel auf Regensburgs Straßen führt, bleibt zu hoffen. Seit dem angebahnten Friedensabkommen hat Regensburg4Palestine keine weitere eigenen Kundgebungen abgehalten. Zu beobachten ist allerdings eine Annäherung an De Groots “Pot Banging for Gaza”.
“Pot Banging” geht auch im neuen Jahr ungebrochen weiter. Mit gleichen Schildern, gleichen Parolen und lediglich einem hier und da hinzugefügten “immer noch” agitiert De Groot gegen Israel – der wohl beste Beweis, dass es ihm ebenso wie den El Ouadhanes vom IZR nie um die Perspektive von Frieden, einer friedlichen Koexisztenz oder auch nur die reale Lage der Menschen im Nahen Osten ging.

